Mit 21 Jahren haben viele Menschen gerade ihre Ausbildung beendet. Jessica Bogucanin hatte zu diesem Zeitpunkt schon eine ganz andere Verantwortung: Sie übernahm ihren eigenen Friseursalon.
Kein großes Startkapital. Kein sicherer Kredit. Kein perfekter Businessplan.
Stattdessen verdiente sie während ihrer Ausbildung rund 380 Euro und arbeitete zusätzlich nachts in einem Club. Gleichzeitig begann sie damit, ihren eigenen Salon aufzubauen.
Heute führt Jessica das Haus der Orchidee in Frankenthal und erzählt im deutschen Podcast „Erfolg ist kein Zufall by Hama“ offen über ihren Weg als Beauty-Unternehmerin.
Dabei geht es nicht nur um schöne Haare, Extensions und Erfolg.
Es geht auch um Schulden, Mitarbeiter, Steuern, Fehler, Familie und die Frage:
Was steckt wirklich hinter einem erfolgreichen Unternehmen?
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Mit 21 Jahren einen Salon eröffnen
Jessica begann bereits als Jugendliche ihre erste Ausbildung zur Kosmetikerin. Danach folgte direkt die Ausbildung zur Friseurin.
Noch bevor diese Ausbildung abgeschlossen war, ergab sich plötzlich die Möglichkeit, eine freie Geschäftsfläche zu übernehmen.
Eigentlich war es viel zu früh.
Jessica war noch in der Ausbildung und hatte kaum Geld zur Verfügung.
Trotzdem entschied sie sich dafür.
Sie unterschrieb den Mietvertrag und begann damit, ihren eigenen Salon aufzubauen.
Im Podcast sagt sie selbst, dass sie heute manchmal darüber nachdenkt und sich fragt, wie sie das damals überhaupt geschafft hat.
Genau das macht ihre Geschichte interessant.
Es gab keinen perfekten Zeitpunkt.
Es gab nur eine Möglichkeit und die Entscheidung, sie zu nutzen.
380 Euro Ausbildungslohn und nachts im Club arbeiten
Ein eigenes Unternehmen kostet Geld.
Miete, Einrichtung, Produkte und viele andere Rechnungen müssen bezahlt werden. Doch Jessica hatte keine großen Rücklagen.
Während ihrer Ausbildung verdiente sie nach eigener Aussage ungefähr 380 Euro im Monat.
Das konnte natürlich nicht reichen.
Also arbeitete sie zusätzlich.
Am Wochenende kellnerte sie nachts in einem Club. Teilweise arbeitete sie dort bis zum frühen Morgen und stand wenige Stunden später wieder bei ihrer eigentlichen Arbeit.
Das zusätzliche Geld nutzte sie unter anderem dafür, ihre Selbstständigkeit aufzubauen.
Während andere in ihrem Alter am Wochenende feiern gingen, arbeitete Jessica teilweise genau dort, wo andere feierten.
Nicht als Gast.
Sondern hinter der Theke.
Rund 28.000 Euro Verpflichtung mit gerade einmal 21 Jahren
Auch die Einrichtung eines Friseursalons musste bezahlt werden.
Jessica erzählt im Podcast, dass eine professionelle Salonausstattung für sie damals nicht einfach bezahlbar war.
Über einen Anbieter konnte sie die Einrichtung in Raten finanzieren.
Die Summe lag laut Jessica bei ungefähr 28.000 Euro.
Mit gerade einmal 21 Jahren eine solche Verpflichtung einzugehen, war ein großes Risiko.
Heute sagt sie selbst, dass sich schon 5.000 Euro damals für sie wie eine riesige Summe angefühlt hätten.
Trotzdem unterschrieb sie.
Denn ohne Einrichtung gab es keinen Salon.
Die ersten Jahre waren nicht glamourös
Auf Social Media sieht Selbstständigkeit oft einfach aus.
Ein schönes Geschäft.
Viele Kunden.
Ein gutes Auto.
Urlaub.
Umsatz.
Doch Jessica beschreibt im Podcast eine andere Seite.
Gerade in den ersten Jahren blieb finanziell teilweise kaum etwas übrig.
Miete, Produkte, Mitarbeiter, Versicherungen, Steuern und viele andere Kosten müssen bezahlt werden, bevor ein Unternehmer überhaupt an seinen eigenen Gewinn denken kann.
Das ist auch ein wichtiger Punkt der Folge:
Umsatz ist nicht gleich Gewinn.
Ein Unternehmen kann viel Geld einnehmen und gleichzeitig sehr hohe Kosten haben.
Jessica erzählt, dass es mehrere Jahre dauerte, bis sie wirklich das Gefühl hatte, finanziell gut von ihrem Unternehmen leben zu können.
100.000 Euro Umsatz in einem Monat
Eine Zahl sorgt im Gespräch natürlich besonders für Aufmerksamkeit.
Hama fragt Jessica nach ihrem stärksten Monat.
Ihre Antwort:
Rund 100.000 Euro Umsatz.
Und das mit einem vergleichsweise kleinen Team.
Doch genau an dieser Stelle wird das Gespräch besonders wichtig.
100.000 Euro Umsatz bedeuten nicht, dass Jessica am Monatsende 100.000 Euro auf ihrem privaten Konto hat.
Von diesem Umsatz gehen unter anderem Kosten für Mitarbeiter, Produkte, Steuern, Miete und weitere betriebliche Ausgaben ab.
Jessica erklärt deshalb sehr offen, dass Außenstehende häufig nur sehen, was ein Geschäft einnimmt.
Sie sehen aber nicht, was davon wieder ausgegeben werden muss.
Dann kam der 50.000-Euro-Schock
Einer der härtesten Momente ihrer Selbstständigkeit kam nach der Corona-Zeit.
Jessica erzählt im Podcast von einem Anruf ihres damaligen Steuerberaters.
Er fragte sie zunächst, ob sie sitzt.
Dann kam die Nachricht:
Es stand eine Steuernachzahlung von mehr als 50.000 Euro im Raum.
Für Jessica war das ein Schock.
Sie schildert im Gespräch, dass es Probleme mit ihrer damaligen steuerlichen Betreuung gegeben habe und sie sich anschließend anwaltliche Unterstützung holte.
Die Summe musste laut ihrer Erzählung trotzdem zunächst bezahlt werden.
Das Problem:
Auch alle anderen Kosten liefen weiter.
Miete verschwindet nicht.
Mitarbeiter müssen bezahlt werden.
Produkte werden weiterhin benötigt.
Genau deshalb zog sie dieser Rückschlag noch lange Zeit finanziell mit.
Aus dieser Erfahrung hat Jessica etwas Wichtiges gelernt:
Als Unternehmer sollte man seine eigenen Zahlen verstehen.
Auch wenn ein Steuerberater die Buchhaltung übernimmt, sollte der Unternehmer selbst wissen, was im eigenen Geschäft passiert.
Heute schaut Jessica nach eigener Aussage genauer hin und stellt Fragen, wenn ihr etwas bei ihren Zahlen nicht klar ist.
Zwei Wochen nach der Geburt wieder im Salon
Doch Geld ist nur eine Seite ihrer Geschichte.
Jessica ist auch Mutter.
Während ihrer Schwangerschaft arbeitete sie nach eigener Aussage fast bis zur Geburt weiter.
Zwei Wochen nach der Geburt ihrer Tochter war sie bereits wieder im Salon.
Ihre Tochter war im Kinderwagen dabei.
Das zeigt, wie schwierig die Verbindung zwischen Familie und Selbstständigkeit sein kann.
Ein Unternehmen läuft schließlich weiter.
Kunden haben Termine.
Mitarbeiter brauchen Entscheidungen.
Rechnungen müssen bezahlt werden.
Jessica spricht darüber sehr offen und ohne ihre Situation schöner darzustellen, als sie war.
Mitarbeiter können eine der größten Herausforderungen sein
Auch über Mitarbeiter wird im Podcast gesprochen.
Jessica möchte eigentlich ein familiäres Arbeitsumfeld schaffen. Mitarbeiter sollen sich bei ihr wohlfühlen.
Doch genau ihre Gutmütigkeit habe ihr in der Vergangenheit auch Probleme gemacht.
Sie erzählt beispielsweise von einer Mitarbeiterin, die mehrere Monate krankheitsbedingt ausgefallen war.
Für ein kleines Unternehmen können solche Situationen eine große Belastung sein.
Jessica sagt, dass sie durch ihre Erfahrungen härter geworden ist.
Nicht unbedingt härter als Mensch.
Aber klarer als Unternehmerin.
Sie musste lernen, Grenzen zu setzen.
Ein wichtiges Business-Learning: Nein sagen
Früher wollte Jessica möglichst jeden Kunden glücklich machen.
Sie blieb länger.
Sie machte zusätzliche Dinge.
Sie nahm Kritik sehr persönlich.
Heute sieht sie das anders.
Sie sagt:
Nicht jeder Kunde muss zu ihr passen.
Diese Erkenntnis kam allerdings nicht über Nacht.
Nach vielen Jahren Selbstständigkeit lernte sie, auch einmal Nein zu sagen.
Denn ein Unternehmen kann nicht dauerhaft funktionieren, wenn der Unternehmer versucht, jedem Menschen alles recht zu machen.
Warum Spezialisierung ihr Geschäft verändert hat
Ein weiterer wichtiger Punkt für Unternehmer steckt in Jessicas Angebot.
Ihr Salon macht nicht einfach alles.
Jessica und ihr Team haben sich vor allem auf Farbtechniken und Extensions spezialisiert.
Nach ihrer Aussage tragen mittlerweile sehr viele ihrer Kundinnen Extensions.
Diese klare Spezialisierung wurde zu einem wichtigen Teil ihres Geschäfts.
Auch Hama greift diesen Gedanken im Podcast auf:
Viele erfolgreiche Unternehmen sind besonders gut in einem klaren Bereich.
Sie versuchen nicht, gleichzeitig zehn völlig unterschiedliche Dinge anzubieten.
Sie werden für etwas Bestimmtes bekannt.
Für die Beauty-Branche kann genau das ein entscheidender Unterschied sein.
Erfolg sieht von außen einfacher aus
Jessica spricht im Podcast auch über Neid.
Menschen sehen einen schönen Urlaub, ein Auto oder ein erfolgreiches Geschäft.
Was sie häufig nicht sehen:
die Nachtschichten,
die Schulden,
die Wochenenden im Salon,
die Sorgen,
die Steuern,
die Mitarbeiterprobleme
und die Jahre, in denen finanziell kaum etwas übrig blieb.
Deshalb ist ihre Geschichte mehr als eine klassische Beauty-Erfolgsgeschichte.
Sie zeigt, dass Erfolg oft sehr viel früher beginnt als der Moment, in dem andere Menschen ihn sehen.
Was würde Jessica ihrem 17-jährigen Ich sagen?
Am Ende des Podcasts stellt Hama eine Frage, die bei „Erfolg ist kein Zufall“ immer wieder wichtig ist:
Was würdest du deinem 17-jährigen Ich heute sagen?
Jessicas wichtigste Gedanken lassen sich einfach zusammenfassen:
Durchhalten.
Den eigenen Weg gehen.
Nicht aufgeben, wenn Rückschläge kommen.
Denn auch Jessica hatte Momente, in denen sie mit ihrer Selbstständigkeit aufhören wollte.
Sie tat es nicht.
Und genau darin steckt vielleicht die wichtigste Aussage dieser Podcast-Folge.
Erfolg bedeutet nicht, dass nichts schiefgeht.
Erfolg bedeutet manchmal einfach, nach einem Rückschlag noch einmal aufzustehen.
Die ganze Geschichte im Podcast ansehen
Im deutschen Podcast „Erfolg ist kein Zufall by Hama“ spricht Hama ausführlich mit Beauty-Unternehmerin Jessica Bogucanin über ihren Weg vom Ausbildungslohn zum eigenen Salon.
Die beiden sprechen über Selbstständigkeit, Beauty, Geld, 100.000 Euro Monatsumsatz, einen 50.000-Euro-Steuerschock, Mitarbeiter, Mutterschaft, Extensions und die Fehler, aus denen Jessica am meisten gelernt hat.
Die komplette Podcast-Folge ansehen:
YouTube:
https://youtu.be/JDjwGewoDrE
Spotify:
https://open.spotify.com/episode/25Es95tCGRGD7C09dGmnI6
Über den Gast
Jessica Bogucanin
Haus der Orchidee
Ackerstraße 6
67227 Frankenthal
Instagram:
https://www.instagram.com/hausderorchidee/
Über „Erfolg ist kein Zufall by Hama“
Im Podcast „Erfolg ist kein Zufall by Hama“ spricht Kajau Hama Amin mit Unternehmern, Sportlern, Politikern und anderen interessanten Persönlichkeiten über ihren Weg.
Es geht um die Geschichten hinter dem Erfolg.
Um Geld.
Um Rückschläge.
Um Entscheidungen.
Und vor allem um die Dinge, die man von anderen Menschen lernen kann.

